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W- “Als Beispiel für die Idiotie” Parkbankkrise Nürnberg – Stadt entscheidet sich für FSC-Tropenholz

Glücklicherweise hat die Stadt Nürnberg aufgrund des öffentlichen Drucks sich nun doch gegen die Beschaffung von FSC zertifizierten Tropenholzes entschieden. Das ist den Protesten von vielen kleinen Interessengemeinschaften und Organisationen wie Rettet den Regenwald oder Pro Regenwald zu verdanken.

Erschreckend ist jedoch die Tatsache, dass die Umweltschutzorganisationen WWF, Nabu, Oro Verde und der BUND sich noch am 23. Februar an die Stadt Nürnberg mit einem Schreiben wandten, um Überzeugungsarbeit für den FSC und das Tropenholz zu leisten.

Schreiben von WWF, NABU, Oro Verde und BUND:
offener_brief_wwf_nabu_bund_oroverde

Bereits im September hatte der FSC selbst ein Schreiben (2009-09-03_stelllungnahme_tropenholz_nuernberg) an die Stadt Nürnberg geschickt, um Bedenken gegen das geplante Tropenholz zu beseitigen.

Allein die Tatsache, das der FSC allen Ernstes die Entscheidung für Tropenholz als eine “verantwortungsvolle Beschaffung” wertet, und dabei das einheimische Holz (selbst das zertifizierte) völlig außen vor lässt, ist unglaublich. Daraufhin haben wir den FSC unterstützenden NGOs ein Schreiben (eurobinia_03_12_09) geschickt, mit der Bitte um eine Stellungnahme. Leider haben wir lediglich von Greenpeace eine nur sehr relativierende Antwort erhalten:

vielen Dank für Ihre mail zum FSC.
Der FSC ist zur Zeit das beste Siegel für ökologische Waldbewirtschaftung, was am Markt erhältlich ist. Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den Standards und auch der Umsetzung zwischen den einzelnen Ländern. Die Probleme in einigen afrikanischen und südostasiatischen Ländern sind uns zum Teil bekannt. Wir haben den FSC immer wieder aufgefordert, und werden das weiterhin tun, eventuellen Missständen nachzugehen, Standards einzuhalten und nachzubessern und Kontrollen zu stärken. Der FSC ist kein fertiges Konstrukt, sondern ein Prozess, der immer weiter verbessert werden muss. Grundlage dafür ist die Transparenz und die Einbeziehung aller Beteiligten. Das leistet momentan kein anderes Zertifikat.
Unsere erste Empfehlung für Verbraucher ist immer: Holz aus heimischer Waldbewirtschaftung mit FSC-Siegel.
Mit freundlichen Grüßen
_____________________________
Corinna Hölzel
Kampaignerin Wälder & Biodiversität / Forests & Biodiversity Campaigner

Leider scheinen die Aufforderungen beim FSC kaum anzukommen. Konsequente Reaktionen auf Missstände sind jedenfalls nicht zu beobachten.

Das Schreiben der NGOs an die Stadt Nürnberg vom 23. Februar zeigte, dass sich die meißten NGOs noch immer voll hinter den FSC und seine Aussagen stellen. Ein Hinterfragen scheint nicht stattzufinden.
Somit haben wir nochmals ein Schreiben verfasst, das den ENGOs einen Spiegel vorhalten soll:
Aufforderung ENGOs

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