Forstzertifikate – Legitimität, Nachhaltigkeit oder beides?

An der Universität Jena ist an der Betriebswirtschaftlichen Fakultät eine Masterarbeit geschrieben worden, die die Forstzertifikate wie den Forest Stewardship Council (FSC) oder das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet.

Institutionen wie der FSC oder der PEFC beanspruchen für sich, die nachhaltige Bewirtschaftung des Forstes sowie die Produktkette vom Forst bis hin zum fertigen Möbel zu zertifizieren. Diese Zertifikate werden mit Hilfe der Neoinstitutionalistischen Organisationstheorie untersucht. Sie besagt, dass Unternehmen eben jene Institutionen in ihre Strukturen aufnehmen, um Legitimität und Glaubwürdigkeit zu erhalten. Um diese These anhand der Forstzertifikate überprüfen zu können, wird zunächst der Institutionalisierungsprozess der Forstzertifikate dargelegt. Darauf aufbauend wird anhand von Experteninterviews untersucht, warum sich Organisationen mit der Forstzertifizierung auseinandersetzen und inwieweit die tatsächlichen Aktivitäten der Organisationen von den Richtlinien der Zertifikate entkoppelt werden.

Anhand der Forstzertifikate konnte bestätigt werden, dass sich Organisationen mit Zertifikaten wie dem FSC oder PEFC auseinandersetzen, um Legitimität und Glaubwürdigkeit zu erhalten. Die Entkopplung konnte im Bereich des deutschen Forstes nicht festgestellt werden, da die hiesige  Gesetzgebung nahezu alle Richtlinien vorschreibt, die auch die Zertifikate fordern. In der Möbelindustrie ist die Entkopplung hingegen möglich, da die Zertifikate fordern, dass lediglich eine Produktlinie zertifiziert wird, obwohl das gesamte Unternehmen mit dem Zertifikat werben darf.

Ich habe von der Verfasserin das Recht erhalten, diese Masterarbeit hier zum Download bereitzustellen.

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