4 thoughts on “(Deutsch) Unsere Pressemitteilung zum Greenpeace-Austritt”

  1. Alles schön und gut, es fehlt der Hinweis, dass die “Alternative”, nämlich die Forstwirtschaft nach der “guten fachlichen Praxis”, unsere Wälder noch mehr schädigt als mit einer FSC-Zertifizierung. Es wäre schön, wenn mit solcher Vehemenz auch gegen unsere Industrie-Forste wie gegen FSC gekämpft werden würde.

    1. Sehr geehrter Herr Bösel,
      wir erlauben uns zu Ihrer Äußerung ein paar Anmerkungen zu machen, erstens gibt es für die Bewirtschaftung deutscher Wälder eine Reihe von Gesetzen und anderen Vorschriften die in ihrem Umfang und ihrer Dichte weltweit ihresgleichen sucht, zu nennen wären da neben dem Bundeswaldgesetz die Landeswaldgesetzte, das Bodenschutzgesetz, das Wasserschutzgesetz, das Naturschutzgesetz, sowie die FFH und Vogelschutz RL um nur einige zu nennen. Des Weiteren finden Sie wohl in kaum einer anderen Region wie in Zentraleuropa derartige Dichte an qualifiziertem Personal im Wald, angefangen beim Forstwirt über die forstlichen Lohnunternehmer bis hin in die Verwaltungs- und Planungsebenen hinein, diese bewirtschaften den Wald seit über dreihundert Jahren nachhaltig unter ständiger wissenschaftlicher Begleitung. Weltweit betrachtet findet eine derartige Forstwirtschaft kaum statt, global betrachtet ist das Kahlschlagsystem (die einzige Hiebsvariante ist hier der Kahlschlag) das System der Wahl, häufig werden die Wälder im Anschluss dann auch noch in Plantagen umgewandelt die dann ggf. auch noch FSC-zertifiziert sind.
      Zweifelsohne ist auch in Deutschlands Wäldern nicht alles perfekt, uns erscheint dies allerdings wie “Jammern auf sehr hohem Niveau”.

      Ihre FadFSC-AG

      1. Die deutsche Forstwirtschaft macht sich in Deutschland ihre Gesetze selbst und kontrolliert sie auch noch selbst. Die angebliche Nachhaltigkeit in deutschen Wäldern bezieht sich meist immer noch auf die ursprüngliche Definition, nach der nur soviel Holz eingeschlagen wird, wie nachwächst. Ökologische und Naherholungsaspekte sind in vielen deutschen Forstbetrieben nach wie vor Fremdworte. Es findet höchstens etwas PR-Arbeit mit dem Aufhängen einzelner Nistkästen statt … Fachlich geschult ist das Personal höchstens darauf, wie man möglichst viel Holz aus dem Wald holen kann, egal mit welchen Baumarten und egal um welchen ökologischen Preis. Auch viele unserer Wälder ähneln heute mehr Plantagen als Ökosystemen und viele Forstbetriebe sind gerade dabei, das Tafelsilber an alten Bäumen in den Beständen zu plündern. Nein, wir taugen nicht als Vorbild und das ist kein “Jammern auf hohem Niveau”, das ist die Realität im Jahr 2018, wo auch in Deutschland Wälder für unseren Holzhunger gedankenlos zerstört werden. Doch anstatt dies zu kritisieren, tun sie so, als ob unsere Wälder ohne Probleme immer intensiver genutzt werden können, obwohl auch unsere Wirtschaftswälder wertvolle und artenreiche Lebensräume sein könnten, wenn die deutsche Forstwirtschaft dies nur zulassen würde.

  2. Pingback: Greenpeace International beendet Mitgliedschaft im FSC! – Fragen an den FSc

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